Länderinformationen

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Afghanistan

Allgemeines

Offizieller Name des Staates

Islamischer Staat Afghanistan.

Hauptstadt

Kabul.

Geographie

Afghanistan grenzt im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Nordosten an China, im Osten und Süden an Pakistan und im Westen an den Iran. Die Großgliederung zeigt drei Landschaften: das südliche Hochland, Afghanisch-Turkestan im Norden und der Hindukusch im Nordosten. Letzterer steigt bis auf 7200 m an und wird durch das Bamian-Tal von der Koh-i-Baba-Bergkette getrennt, in der auch der Helmand entspringt. Nördlich und südwestlich der Berge liegen fruchtbare Schwemmlandebenen.

Regierung

1996 hatten die Taliban die Kontrolle über Afghanistan übernommen und führten ein fundamentalistisch-islamisches Regime ein, das von den Vereinten Nationen und den westlichen Staaten nicht anerkannt wurde. Nach monatelangen westlichen Militärschlägen wurde das Taliban-Regime gestürzt und im November 2001 eine UN-vermittelte Konferenz in Bonn (Deutschland) einberufen. Das Ergebnis der 'Petersbergkonferenz' war ein Rahmenabkommen zur Einsetzung einer Übergangsregierung mit provisorischen Regierungsinstitutionen. Eine United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) unterstützte die neue Regierung bei ihrer Arbeit und ist immer noch in Afghanistan tätig. Im Juni 2002 tagte die aufgrund des 'Petersberg-Abkommen' einberufene traditionelle Ratsversammlung aller afghanischen Stämme (Loya Dschirga), die den Chef der Übergangsregierung, Hamid Karzai, als Präsidenten des Landes für die nächsten 18 Monate wählte. Nationalversammlung mit 250 Mitgliedern und Ältestenrat. Verfassung von Januar 2004.

Staatsoberhaupt

Ashraf Ghani, seit September 2014.

Elektrizität

220 V, 50 Hz. Schlechte Elektrizitätsversorgung, viele Stromausfälle.

Zeitzone

Afghanistan Time: MEZ +5:30

Übersicht

Das ehemals bei den Hippies auf ihren Rucksackreisen beliebte und landschaftlich schöne Afghanistan hat unter den Jahren des Krieges und der Vernachlässigung schwer gelitten.

Die unberührte Natur, das felsige Hindukusch-Gebirge mit der sauberen Bergluft sowie die gigantischen Buddha-Statuen von Bamiyan haben Reisende schon immer in ihren Bann gezogen.

Die Statuen und zahlreiche andere Monumente sind jedoch der erbarmungslosen Herrschaft der Taliban, einer Gruppe von militanten Islamisten, zum Opfer gefallen. Und durch schwere Bombardements durch die USA wurde die Infrastruktur des Landes zu großen Teilen zerstört.

Da gegenwärtig noch Tausende internationale Friedenstruppen in Kabul stationiert sind und im Süden immer wieder Kämpfe aufflammen, ist Afghanistan weit davon entfernt, seine ehemalige Schönheit wieder zu erlangen.

Vor Reisen nach Afghanistan wird nachdrücklich gewarnt, da die Gefahr von Anschlägen landesweit sehr groß ist. Besonders in Kabul kam es in letzter Zeit immer wieder zu schweren Anschlägen. Landminen sind ebenfalls ernst zu nehmende Risiken.

Anreise

Anreise mit dem Flugzeug

Die nationale Fluggesellschaft heißt Ariana Afghan Airlines (FG) (Internet: www.flyariana.com) und fliegt von Frankfurt direkt nach Kabul.

Von Europa fliegen auch Lufthansa (LH), Swiss (LX) und Austrian Airlines (OS) in Kooperation mit Indian Airlines 8IC) u.a. Fluggesellschaften. Durch die politische Situation im Lande ist der Flugverkehr derzeit aber stark eingeschränkt.

Der FCO (Foreign and Commonwealth Office) (Internet: www.fco.gov.uk) weist auf Sicherheitsmängel bei Ariana Afghan Airlines hin. Die Fluggesellschaft darf den europäischen Luftraum nur mit geleasten Flugzeugen anfliegen.

Flugzeiten

Frankfurt - Kabul: 16 Std 30; Wien - Kabul: 16 Std. 45; Zürich - Kabul: 16 Std. 05.

Anreise mit dem Pkw

Nach 23 Jahren Bürgerkrieg, dem Taliban-Regime und den westlichen Bombenangriffen sind etwa 80% der Straßen und Brücken Afghanistans zerstört. Wie lange der Wiederaufbau und damit die Wiederherstellung eines Straßennetzes dauern wird, ist unklar. Viele Landstriche sind vermint und das Befahren der Straßen sehr gefährlich. Die Fernverkehrstraße von Kabul nach Kandahar wurde fertig gestellt, kann aber nur mit bewaffneten Begleitfahrzeugen befahren werden.

Anreise mit der Bahn

Derzeit gibt es keinen Schienenverkehr.

Vor Ort unterwegs

Unterwegs mit dem Flugzeug

Begrenzter Inlandflugverkehr für Hilfsgütertransporte und Militärflüge. Ariana Afghan Airlines (Internet: www.flyariana.com) und Kam Air (Internet: www.flykamair.com) bieten Verbindungen, u.a. nach Herat und Mazar-e-Sharif.

Unterwegs mit dem Auto/dem Bus

Siehe Reiseverkehr International.
Busse und Taxis sind oft unzuverlässig. Überlandfahrten sind nur in Begleitung bewaffneter afghanischer Wächter möglich. Bei Fahrten über die Stadtgrenzen von Kundus hinaus sollte unbedingt vorab mit dem dortigen Wiederaufbauteam (PRT= Provincial Reconstruction Team) Kontakt aufgenommen werden.

Reisewarnung

Überblick

Afghanistan

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 18.11.2016
Unverändert gültig seit: 11.11.2016

Aktuelle Hinweise

  Am 10.11.2016 hat ein Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-e Scharif stattgefunden. Das Generalkonsulat ist daher vorübergehend nicht erreichbar.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt. 

Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de/) einzutragen.

In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen.

Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.  

Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.  

Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten. 

Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Reisewarnung

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt. 

Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de/) einzutragen.

In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen.

Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.  

Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.  

Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten. 

Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Pass- und Visabestimmungen

Nationalitäten

 Pass erforderlichVisum erforderlichRückflugticket erforderlich
Andere EU-LänderJaJaJa
TürkeiJaJaJa
DeutschlandJaJaJa
ÖsterreichJaJaJa
SchweizJaJaJa

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich.

Anmerkung zum Visum

Zurzeit können Reisende nur in Ausnahmefällen mit der Ausstellung von Visa rechnen. Visa werden nur zur einmaligen Einreise für Aufenthalte von maximal 1 Monate erteilt.

Kosten

Deutschland

Touristenvisum: 100 € (einmalige Einreise, 3 Monate gültig).

Österreich

Touristenvisum: einmalige Einreise: 100 US$ (Überweisung gemäß aktuellem Wechselkurs).

Schweiz

Touristenvisum: 80 CHF.

Antrag

Antragstellung an die zuständige diplomatische Vertretung postalisch oder persönlich. Die Abholung des visierten Reisepasses muss bei der diplomatischen Vertretung von Afghanistan in Berlin persönlich erfolgen.

Antrag erforderlich

(a) 1 Antragsformular (downloadbar auf der Internetseite der zuständigen Botschaft von Afghanistan).
(b) 1 aktuelles Passfoto (3,5 x 4,5 cm) mit weißem Hintergrund.
(c) offizielle Einladung/ Begleitschreiben der Organisation/des Unternehmens mit Reisegrund bzw. -zweck, exakte Angabe der Reiseziele (Orte), bei wem der Reisende übernachtet, Reisedauer, und Vermerk, dass die Kosten der Reise/des Aufenthalts von der Firma/Organisation getragen werden.
(d) Visumgebühr (originaler Bankeinzahlungsbeleg, keine Barzahlung).
(e) Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist, und Kopie der relevanten Seiten.
(f) adressierter und frankierter Einschreiben-Rückumschlag für die Zustellung des visierten Reisepasses.

(g) Geburtsurkunde von minderjährigen Antragstellern.

(h) Ggf. Aufenthaltserlaubnis für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Bearbeitungsdauer

10 Werktage in Berlin, 10 Werktage in Wien.

Expressvisa (nur in Ausnahmefällen): 2 Arbeitstage + Postweg.

In Berlin sind keine Expressvisa mehr erhältlich. Die Mindestbearbeitungszeit für alle Visumarten beträgt dort zwei Wochen.

Nachweis ausreichender Geldmittel

Ausländer müssen über ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt verfügen.

Gesetzlich vorgeschriebene Registrierung

Ausländische Touristen und Journalisten müssen sich bei ihrer Ankunft bei der Pressestelle des Fremdenverkehrsamtes in Kabul melden.

Einreise mit Kindern

Seit dem 27. Juni 2012 benötigen Kinder für Reisen in das Ausland (auch innerhalb der EU) ein eigenes Reisedokument (Reisepass / Kinderreisepass). Eintragungen von Kindern in den elterlichen Reisepass sind nicht mehr möglich.

Reisepassinformationen

Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Visainformationen

Allgemein erforderlich.

Gesundheitsvorsorge

Impfungen

Vaccination identifierBesondere Vorsichtsmaßnahmen
Cholera2
Gelbfieber1
Gesundheitszeugnis erforderlich
Typhus & Polio3-
Malaria4-
Essen & Trinken5-

Übersicht

Die medizinische Versorgung, insbesondere die stationäre Behandlungsmöglichkeit, ist völlig unzureichend und in etlichen Landesteilen, vor allem auf dem Lande, nahezu nicht existent. Bei Erkrankungen und Unfällen muss daher die sofortige Verlegung in ein Lazarett der ausländischen Militäreinheiten oder die Heimschaffung erfolgen.

Lediglich in den großen Städten sind Apotheken vorhanden, die ein zufriedenstellendes Angebot an Medikamenten bevorraten. Eine gekühlte Lagerung von Medikamenten ist nicht gewährleistet. Wer auf die ständige Einnahme von Medikamenten angewiesen ist, sollte sie mitbringen und die Notwendigkeit durch den behandelnden Arzt bescheinigen lassen. Adäquate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam).

Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos und mit Beistandsleistungen für Notfälle ist dringend empfohlen.

Anmerkungen Impfungen

[1]: Eine Gelbfieber-Impfbescheinigung wird von allen Reisenden verlangt, die innerhalb von 6 Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiete einreisen wollen. Ausgenommen sind Reisende, die in den Infektionsgebieten den Transitraum nicht verlassen haben sowie Transitpassagiere, die in Afghanistan den Transitraum nicht verlassen sowie Kinder unter 1 Jahr.

[2]:
Insbesondere in Kabul und in den Provinzen Badakhshan, Baghlan, Balkh, Bamyan, Helmand, Herat, Kandahar, Kapisa, Kunduz, Logar, Nangarhar, Uruzgan und Zabul besteht ein erhöhtes Cholera-Infektionsrisiko, das vor allem die einheimische Bevölkerung betrifft. Sorgfältige Hygienemaßnahmen sind stets empfohlen. Eine Cholera-Impfung ist für Reisende in der Regel nicht erforderlich. Ein Cholera-Impfnachweis kann jedoch von den Behörden verlangt werden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.

[3]:
Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen. Polio-Impfschutz empfohlen.

[4]:
Malariaschutz ist von Mai bis einschließlich November für Gebiete unter 2000 m erforderlich. Chloroquin- und Sulfadoxin-Pyrimethamin- Resistenz der hier weniger häufigen, aber gefährlicheren Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica) wurde gemeldet. Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax (Malaria tertinana) tritt ebenfalls auf.

[5]:
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis A, Polio, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen), die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte sollten aus pasteurisierter bzw. abgekochter Milch hergestellt sein. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.

Andere Risiken

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für Hepatitis A. Hepatitis B ist endemisch. Schutzimpfungen gegen Hepatitis A und Hepatitis B werden empfohlen. Hepatitis E tritt auf.

Empfohlener Impfschutz auch gegen Tetanus, Diphterie, Polio und Typhus (s. Anmerkung [2]).

Bei längerem Aufenthalt ist eine Impfung gegen Meningokokken-Meningtitis empfehlenswert.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose ist das ganze Jahr über, vor allem aber von Mai bis Ende Oktober weit verbreitet, v.a. in Kabul, Kandahar, Jalalabad, Parwan, Balkh, Mazar-i-Sharif und Herat. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Tollwut durch streunende Hunde ist weit verbreitet. Überträger sind auch Katzen, Waldtiere, Fledermäuse und andere Tiere. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das Zeckenbissfieber tritt landesweit auf. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Vogelgrippe

In Afghanistan wurde das Vogelgrippevirus (H5/H5N1) in Vögeln nachgewiesen und von der Welttierorganisation (OIE) am 20. März 2006 bestätigt.

Menschliche Erkrankungsfälle sind in Afghanistan bisher nicht bekannt geworden. Reisende sollen sich dennoch von Geflügel fernhalten und jeglichen Kontakt mit lebenden und toten Tieren meiden. Auf den Verzehr von rohen Geflügelgerichte und Eiern sollte verzichtet werden. Gut durchgekocht können Geflügelspeisen und Eier jedoch bedenkenlos genossen werden.

Generell wird als Vorsichtsmaßnahme eine gründliche Reinigung der Hände mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Händedesinfektionslösungen empfohlen.

Geld

Währung

1 Afghani = 100 Puls (in der Praxis ohne Bedeutung). Währungskürzel: Af, AFN (ISO-Code). Die Afghani-Banknoten sind im Wert von 1.000, 500, 100, 50, 20,10, 5, 2 und 1 Af im Umlauf. US$ wird als gängige Währung akzeptiert.

Kreditkarten

Werden nicht akzeptiert.
 

Geldautomaten

ec-/Maestro-Karte/Sparcard

Achtung: Reisende, die mit ihrer Bankkundenkarte im Ausland bezahlen und Geld abheben wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karte informieren. 

In Kabul (New Kabul Bank, Afghanistan International Bank) ist es möglich mit Visa, Mastercard und American Express an Bankautomaten Geld abzuheben. Ein Hinweisschild am Automaten gibt an, ob Karten mit dem Cirrus- und Maestro-Zeichen akzeptiert werden.

Reiseschecks

Von der Nutzung von Reiseschecks wird abgeraten.

Öffnungszeiten der Bank

Sa-Mi 08.00-12.00 und 13.00-16.30 Uhr, Do 08.00-13.30 Uhr.

Devisenbestimmungen

Keine Beschränkungen bei der Einfuhr von Fremdwährungen; Deklarationspflicht. Die Ausfuhr von Fremdwährungen darf die Summe der angegebenen eingeführten Summe nicht überschreiten. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf 500 Af beschränkt.

Geldwechsel

Gängige Praxis ist der Geldwechsel bei Straßenhändlern, hier sollte der erhaltene Betrag nachgezählt werden. Sicherer, aber mit einem höheren Zeitaufwand, ist der Wechsel in einer der Banken in Kabul. Größere Hotels tauschen ebenfalls in Landeswährung. 

Wechselkurse

EUR1 = AFN69.11
GBP1 = AFN82.30
USD1 = AFN66.45

Sprache

Überblick

Offizielle Landessprachen sind Paschtu (35 %) und Dari-Persisch (59 %). Es werden auch Turksprachen (11 %), vorwiegend Usbekisch und Turkmenisch sowie 30 Minderheitssprachen (4 %) gesprochen. Viele Menschen sind zweisprachig.

Öffentliche Feiertage

Liste der gesetzlichen Feiertage

2018

  • 28 Apr Tag des Sieges

Anmerkung

Die angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr.

Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, ist es Muslimen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang untersagt zu essen, zu trinken oder zu rauchen, wodurch es zu Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf (u. a. reduzierte Öffnungszeiten von Geschäften und Behörden) und deshalb zu Einschränkungen für Reisende kommen kann.

Viele Restaurants außerhalb der Hotels sind tagsüber geschlossen, und der Genuss von Alkohol und Zigaretten ist nur eingeschränkt möglich bzw. z. T. sogar strikt verboten, auch für nichtmuslimische Urlauber. In Hotelanlagen muss damit gerechnet werden, dass Mahlzeiten und Getränke während des Ramadan nur im Hotelrestaurant bzw. auf dem Zimmer eingenommen werden dürfen.

Reisende sollten mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen rechnen.

Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.

Zollfrei Einkaufen

Überblick

Derzeit sind keine verlässlichen Informationen zu den Zollbestimmungen erhältlich.

Folgende Artikel können zollfrei nach Afghanistan eingeführt werden:
Gegenstände für den persönlichen Gebrauch (Kleidung, Toilettenartikel, etc.) sowie Tabakwaren, alkoholische Getränke und Parfüm für den persönlichen Gebrauch.
Zur Einfuhr von Fotoapparaten und Filmkameras benötigt man eine Genehmigung des Tourismusbüros in Kabul.

Exportbestimmungen

Antiquitäten, Felle und Teppiche nur mit Ausfuhrgenehmigung.

Kontaktadressen

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

(+41) (0) 22 731 16 16, Konsularabteilung: (+41) (0) 22 732 44 89.

http://www.mission-afghanistan.ch

http://www.mission-afghanistan.ch

Konsularabt.: Mo-Fr 09.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr.

23 Avenue de France

CH-1202 Genève

Switzerland

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

(+43 ) (1) 402 10 06.

http://www.afghanistan-vienna.org

http://www.afghanistan-vienna.org

Mo-Do 09.00-14.00 Uhr.

Mahlerstrasse 14

A-1010 Wien

Austria

Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan

Generalkonsulate in Bonn und in Grünwald.

(030) 20 67 35 10. Konsularabt.: (030) 206 73 50.

http://www.botschaft-afghanistan.de

http://www.botschaft-afghanistan.de

Mo-Do 09.00-13.00 Uhr. Konsularabt. (Kronberger Str. 5): Mo-Fr: 09.30-13.30 Uhr.

Taunusstraße 3 (Ecke Kronberger Straße 5)

D-14193 Berlin

Germany

Ministry of Foreign Affairs

Afghan Tourist Organisation Kabul

(093) 303 23.

http://www.mfa.gov.af

http://www.mfa.gov.af

Shar-e-Nau

AFG-Ansari Wat, Kabul

Afghanistan

Wirtschaft

Geschäftsetikette

Handeln ist üblich, und mündliche Verträge sind bindend. Anzug und Krawatte bzw. Kostüm oder Kleid sind angebracht. Termine sollten im Voraus vereinbart werden;

Geschäftszeiten:
Sa-Mi 08.00-12.00 Uhr und 13.00-16.30 Uhr, Do 08.00-13.30 Uhr.

Kommunikation

Telefon

GSM 900/1800. Es gibt es nur wenige Festnetztelefonleitungen in Afghanistan, diese befinden sich hauptsächlich in Kabul und sind Regierungsbeamten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen vorbehalten. Zur Kommunikation im Land werden hauptsächlich Mobiltelefone benutzt. Es gibt ein Mobilfunknetz in Afghanistan, Afghan Wireless (Internet: www.afghanwireless.com), der Empfangsbereich beschränkt sich zur Zeit noch auf die Städte Kabul, Mazar-i-sharif, Kandahar und Herat.

Internet

Es gibt Internetcafés in Kabul. Internetzugang im Land wird zurzeit weiter ausgebaut.

Post

Luftpost nach Europa brauchte früher ca. eine Woche. Der internationale Kurier DHL unterstützt das nationale Postsystem.

Radio

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Sehenswürdigkeiten

Historische Stätten

In Bamian standen einst zwei riesige Buddhafiguren aus dem 3.
oder 4. Jahrhundert, die 38 und 55 m hoch waren. Im März 2001 wurden
die Buddhas von den Taliban in die Luft gesprengt. Andere historische
Stätten in Afghanistan, die während der Jahrzehnte der Konflikte ganz
oder beinahe zerstört wurden, sind u.a. das zweithöchste Minarett der
Welt in Jam (aus dem 12. Jahrhundert), die Moschee Haji Piyada in der Balkh-Region und das blau gekachelte Mausoleum der Königin Gauhar Shads im westlich gelegenen Herat. Mit der allmählichen Restaurierung dieser und anderer Stätten wurde mittlerweile begonnen.

Kabul

Die Hauptstadt Kabul hat stark unter dem Bürgerkrieg und den
Luftangriffen der vergangenen Jahre gelitten. Etwa ein Drittel der
öffentlichen Gebäude und 40% der Häuser wurden zerstört. Es gibt nur
wenige historische Bauwerke, Moscheen und Denkmäler - im Garten von Babur, früher als einer der schönsten Gärten in Asien bekannt, steht zumindest noch Baburs Grabmal. Auch das staatliche Museum in
Kabul, das einst eine der größten Antiquitätensammlungen in Asien
besaß, wurde stark mitgenommen. Nur etwa ein Drittel der Sammlungen hat
die Verwüstungen des Krieges überlebt. Kürzlich wurde mit dem
Wiederaufbau des Museums begonnen.

Hindukusch

Der wilde und abgelegene Hindukusch besteht aus zwei riesigen Bergketten und liegt in der Region Nuristan nordöstlich von Kabul.

Einkaufen

Überblick

Traditionelle Andenken sind Mäntel und Jacken aus Lammfell und Wildleder, turkmenische Hüte, Stickereien aus Kandahar, Istaff-Keramik, Glas aus Herat, Nomadenschmuck, handgeknüpfte Teppiche und Läufer, Holzschnitzereien aus Nuristan, Seide, Messing-, Kupfer- und Silberarbeiten.

Kulinarisches

Übersicht

Die afghanische Küche ist der indischen sehr ähnlich. Die meisten Restaurants in Kabul bieten Spezialitäten wie Pilaus, Kebabs, Bolani und Ashak sowie internationale Gerichte. Die Hauptzutaten der afghanischen Küche sind Reis und Hammelfleisch sowie Nan (afghanisches Fladenbrot). Traditionelle Gerichte und Tschai (Tee) findet man überall in Tschaikhanas (Teehäusern).

Unterkunft

Hotels

In Kabul gibt es einige Hotels, wie das Inter-Continental Hotel, die in etwa westlichen Ansprüchen gerecht werden. Die wenigen Unterkünfte außerhalb Kabuls sind generell von sehr niedrigem Standard.

Kultur

Religion

Islam (Mehrheit: Sunniten (80 %)); Minderheiten von Schiiten, Hindus, Juden und Sikhs.

Soziale Verhaltensregeln


Außerhalb Kabuls herrschen engverbundene Stammesgemeinschaften mit klar definierten Frauen- und Männerrollen vor. Religion und Tradition spielen innerhalb der Familie eine wichtige Rolle. Es gilt als eine Beleidigung, die Fußsohlen zu zeigen. Gästezimmer sind unbekannt, und Gäste teilen den Raum mit der Familie. Frauen sollten ihre Schultern bedecken und Hosen oder lange Röcke tragen. Der Händedruck wird als Begrüßung akzeptiert, obwohl man sich traditionell zur Begrüßung umarmt. Rauchen ist weit verbreitet und an europäischen Preisen gemessen billig. Es ist ein Kompliment, wenn man vom Gastgeber eine Zigarette angeboten bekommt. (Weitere Informationen im Kapitel Islam im Anhang.)Fotografieren: Vorsicht bei der Motivwahl, militärische Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden.

Klima

Beste Reisezeit

Obwohl Afghanistan auf dem gleichen Breitengrad liegt wie die Südstaaten der USA, ist es durch die Höhenlage wesentlich kühler. In Lagen über 2500 m herrscht nahezu ganzjährig Winter, über 4000 m ist Leben unmöglich. Im südlichen Hochland sind die Sommer heiß und Winter streng. Landesweit gibt es große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter.

Grafiken

Climate

Climate Chart
© Columbus Travel Media Ltd

Bilder

Camel

Camel in desert, Afghanistan
© iStockphoto / Thinkstock

Old

Old Palace in Kabul, Afghanistan
© iStockphoto / Thinkstock

Beautiful

Beautiful Panjshir Valley, Afghanistan
© iStockphoto / Thinkstock

Kabul

Kabul museum, Afghanistan
© Creative Commons / Carl Montgomery

Road

Road to Bamiyan, Afghanistan
© Creative Commons / Carl Montgomery

Lake

Lake Band-e-Amir, Afghanistan
© Creative Commons / Carl Montgomery